Landschaften

Seelenbilder

Romana Hostnigs Landschaften orientieren sich nicht an bestimmten, unverwechselbaren Realitäten,  bedienen auch nicht den historischen, einstmals sehr beliebten Topos der „Idealen Landschaft“, sondern sie bilden Seelenräume ab, evozieren Innenwelten – und das ohne Scheu vor romantischen Anklängen, vor dem Gefühl überhaupt, das der Moderne so suspekt, ja geradezu peinlich ist.

         Unverkrampft, spielerisch nähert sie sich dabei  fast unwillkürlich der Strenge der Abstraktion, obwohl das Elementare darin immer vorhanden ist und ein gewisses inneres Drama stets spürbar bleibt.

         „Maler Friedrich seine Bilder können genauso gut auf dem Kopfe betrachtet werden“, bemerkte einst Goethe angesichts der Malerei des großen Caspar David Friedrich – und das war nicht als Kompliment gemeint. Wider Willen hatte dabei der Dichter aber eine Qualität bezeichnet, die uns Friedrichs Bilder heute so modern erscheinen lassen. Und ein schwacher Hauch, ein ferner Nachklang des verblichenen Romantikers atmet auch in Romana Hostnigs Gouacheblättern – und mehr noch in den durch zurückhaltende und doch kraftvolle Ästhetik bestechenden Ölbildern.
Text von Gabriele Folz-Friedl